Unik ist … bei seinem Paul

Er war stets lustig, er war stets fröhlich und er war stets neckisch zu uns. Zu uns Hundeeltern, zu seinen Brüdern Vigo und Léon.
Wir fühlen uns so einsam und so leer ohne ihn. Und es tut weh. Es tut immer weh, aber bei Unik tut es besonders weh, denn wir hatten fast keine Zeit, uns zu verabschieden. Es ging so fürchterlich schnell und bevor wir uns umsahen, war es geschehen.
Nein, es war kein Unfall, nein es war kein Missgeschick, kein böser Mensch, kein böser Artgenosse. Er zeigte lediglich etwas Mattigkeit. Nun, er wurde erst vor Kurzem 8 Jahre, das war am 14. März. Aber acht ist nun kein Altler, wo ein Hund müde und matt ist. Nun, er rennt vielleicht nicht mehr so wie ein junger Hund. Aber müde und matt, nein. Unik war nur kurz matt. Es war freitags, wir waren mittags auf die Alb gefahren und haben auf unserer Kräuterwiese ein bissle gespielt. Unik, Vigo und Léon rannten den von uns geworfenen Stöckchen nach und brachten sie wieder zu uns, damit das Spiel von vorne beginne. Dann machten wir Pause und setzten uns auf die Wiese. Unik räkelte sich, scharrte und kratzte auf dem Boden, rieb sein Köpfchen auf der Wiese, als wolle er sein Schnäuzchen putzen. Alles wie immer, alles ohne etwas Auffälliges. Bis er einen Laut von sich gab, den wir noch nie hörten. Aber wir dachten uns nichts Böses dabei. Als wir dann aufbrachen, um zum Auto zurückzulaufen, lief er voran. Das ist schon bemerkenswert, denn Unik lief stets zwei, drei Meter hinter mir. Links hinter mir.
Als wir dann zuhause waren das erste deutliche Anzeichen. Ich war noch beim Hauseingang, rief mich meine Claudia. Unik sei mit den Hinterläufen weggeknickt, zweimal. Aber er war gleich wieder ganz normal. Auch in den nächsten zwei, drei Stunden nicht. Trotzdem habe ich mir bei unserem Tierarzt noch einen Termin kurz vor sechs geben lassen. Er untersuchte Unik und stellte mit dem Stetoskop gleich fest, dass er das Herz nicht deutlich hörte, und er sagte, Unik sei schwer krank. Wir machten noch eine Sonographie, wo man deutlich sehen konnte, dass im Herzbeutel eine Flüssigkeit war. Und zwar richtig viel. Er riet uns, sofort in die 70 km entfernte Tierklinik zu fahren, wozu wir gleich zustimmten. Er rief dort an, unterhielt sich mit einer Tierärztin und berichtete von seiner Untersuchung. Um 22 Uhr waren wir in der Tierklinik. Unik war da richtig schwach und atmete schon schwer. Die Tierärztin fertigte noch eine Röntgenaufnahme an und rief eine sehr erfahrene Tierärztin hinzu, die 20 Minuten später da war. Diese führte dann eine Punktion durch und führte 160 ml Blut ab.
Sowohl unser Tierarzt als auch die Klinikärzte sprachen von einer schlechten Prognose und die Ärztin gab uns Unik nur deswegen wieder mit, weil wir von der Tierklinik aus unseren Tierarzt anriefen, der sich bereit erklärte, im Bedarfsfall auch in der tiefsten Nacht zu uns zu kommen, um Unik zu erlösen. Glücklicherweise war das nicht nötig und Unik erholte sich über Nacht zu gut 75 %.

Der Schreck saß tief und wir waren sehr erleichtert, aber irgendwie auch ein bisschen in Schockstarre. Ab diesem Morgen führten wir ihn immer kurz und wenn wir ihn losmachten, achteten wir sehr darauf, dass er nicht schneller läuft oder gar losrannte. So kamen und gingen die Tage, Sonntag, Montag, Dienstag. Alles normal, keine Auffälligkeiten. Jeden zweiten Tag zum Tierarzt zur Sonographie, jedenmal kein neuerlicher Befund für Nachblutungen. Möglich wären laut Tierärzte entweder ein geplatzes Äderchen am Herzen oder – ein Tumor.
Am Freitag Abend wollte ich noch mal zur Routineuntersuchung, um vielleicht ein weiterer Notfall-Aufenthalt in der Klinik zu umgehen. Aber leider war schon wieder viel, viel Blut in den Herzbeutel gelangt. Wir, der Tierarzt und wir, waren uns nicht sicher wie fortfahren und riefen nochmals in der Tierklinik an. Dort vereinbarten wir noch einen Termin für den folgenden Samstag zur Punktion, um Unik noch eine weitere Chance zu geben. Am Abend war es wie immer, keine Auffälligkeiten, nichts ungewöhnliches. Er freute sich zuhause auf sein Abendmahl. Wir haben aber seine Lieblingswürstchen gekauft sowie die heiß geliebten Butterkekse, die er so gerne mochte. Ich habe ihm dies gegeben, bis er den Kopf wegdrehte. Auch in der Nacht keine Auffälligkeiten, alles ruhig.
Am nächsten Morgen gingen wir dann noch auf eine kurze Runde, denn wir wollten ja in die Tierklinik fahren. Aber nach nur 300 m merkte ich, dass er langsam wurde, und ich dachte, ich trage ihn lieber, denn sein Herz kann ja mit dem vielen Blut den Kreislauf nicht aufrechthalten. Am Auto musste ich ihn absetzen, aber er konnte schon nicht mehr stehen und sank auch mit seinem Köpfchen gänzlich auf die Erde. Noch im Auto rief ich dann meinen Tierarzt an, der sofort vom Bett ins Auto sprang, um zu uns zu kommen.

Um 8:48 Uhr am 28.3.2020 schlief er dann in unseren Armen ein. Wir sind sehr, sehr traurig