Über oskar

On my way to go.

Am Limestor

Eines meiner Lieblingsorte ist der geschichtsträchtige Weg am Limes entlang zum Tor von Dalkingen. Dort marschierte einst ein oder zwei römische Legionen in das unbesetzte Barbarenland – ins Land der Germanen. Der Kaiser, zu dieser Zeit war es Caracalla – und damit zeitlich das beginnende 3. nachchristliche Jahrhundert – brauchte dringend einen militärischen Erfolg, wollte er seine Macht bei den wankelmütigen Senatoren in Rom erhalten.
Aber was interessiert das meine Hunde? Gar nicht. Diese sind einfach immer dabei, wenn ich mal wieder meine, eine neue Szene fotografieren zu müssen, weil mir eine Ansicht aus meinen Limestor-Ansichten nicht mehr so gefällt.

Wenn ich also, wie am vergangenen Freitag, in Dalkingen bin und das Wetter mir trotz digitaler Hilfe meiner vielen elektronischen Wetterfrösche wieder mal einen Strich durch die Rechnung macht, weil es doch bewölkt ist anstatt strahlender Sonnenschein, dann knipse ich eben ein bisschen meine Hunde. (Als ob es tatsächlich etwas Wichtigeres gäbe, als eben diese zu fotografieren..) Diesmal aber oben am Limestor. Leon und Enzo hatten offensichtlich so viel Spaß, und es war für mich eine solche Freude, die beiden zu beobachten, dass ich gerne daran zurückdenke. Die Kraft und die Gelenkigkeit, die Geschmeidigkeit und Dynamik sind unübersehbar! Der überaus kräftige Leon, der ganz ohne Mühe den Enzo mit einem Bodycheck umhauen könnte, der kleine gewiefte Enzo, der kinderleicht mit seinen imposanten Zähnen dem Leon wehtun könnte .. Nein, die wollen nur spielen, sage ich dann dem verwunderten Spaziergänger, der ungläubig seines Weges zieht.

Vigo geht baden

Nun ist Vigo sieben Jahre alt. Und er ist dann schon sechs Jahre und fünf Monate bei uns. Wie schnell die Zeit vergeht, wie schnell die Zeit vergeht. Ob Hunde das interessiert? Ja, denke schon, denn ein junger Hund wie Enzo ist ungestüm, voller Blödsinn, er probiert alles aus, er lernt und er sieht jeden Tag Neues. Enzo ist vollkommen ungezwungen und unbeschwert: Ich bin klein, mein Herz ist rein, wie ihr Großen will ich mal sein!

Vigo ist abgeklärt. Ihn beunruhigt so schnell nichts mehr. Er weiß, was er darf, und er weiß, wo die Grenze ist. Mit diesem Rahmen hat er sich arrangiert und darin lebt er. Er hat auch schon einiges erlebt. Schöne und nicht so schöne Dinge.
León ist mit seinen drei Jahren zwischen den beiden. Er blödelt gerne mit Enzo und er läuft gerne mit Vigo. Er weiß, dass er gesund und stark ist. Er ist hin und wieder noch übermütig. Er ist ein Kindskopf, wenn er mit Enzo spielt, und er ist ernst, wenn er Vigo begleitet.

Um auf die obige Frage nach der Zeit nochmals einzugehen, glaube ich schon, dass Vigo ein gewisses Zeitgefühl hat. Er hat es mehr ausgeprägt als León und viel, viel mehr als Enzo. Ich denke, dass ein sieben Jahre alter Hund aufgrund seiner Erlebnisse gereift ist. Er hat seine Kindheit gehabt, seine Jugend, das Erwachsenenalter und er wird den Lebensabend kennen lernen. Wie wir Menschen eben auch, wenn gleich die Tiere natürlich nicht im selben Maß reflektieren können. Zumindest ist das meine Beobachtung nach nun mehr sechs Hunden.

Übrigens, an seinem Geburtstag hat er natürlich seine Saitenwürste bekommen. Ist ja üblich bei uns! Das war am 20. Mai. Happy birthday, Vigo!

Das kleine Hundchen

Wir sind sehr glücklich mit Enzo. Er wächst und gedeiht und er lernt. Auch ohne Hundeschule. Denn die ist ja wegen Corona leider geschlossen. Wir halten viel von gut erzogenen Hunden und besonders wenn man drei hat, ist es wichtig, dass diese gut mitmachen. Wir wollen doch Spaß haben mit unseren Hunden, die Spaziergänge sollen uns Freude machen! Daher waren alle unsere Hunde in der Hundeschule.

Hundeschule. Ja, zur Zeit eben keine Hundeschule. Aber nach nunmehr fünf Hunden haben wir selbst auch schon reichlich Erfahrung und mit zwei ganz gut erzogenen Hunden tut man sich doch viel leichter, als wenn man nur einen hat. Enzo schaut sich nun einfach ab, was die Großen machen, und macht es dann eben genau so. Dann klappt das mit dem Leckerchen ..

Gestern lief er ganz freiwillig ganz lang Fuß. Ohne dass ich das groß sagen musste. Er machte es einfach. Wenn ich dann stehen bleibe, setzt er sich gleich hin und schaut mich an. Besser: himmelt mich an! Dann gibt es natürlich ein Leckerchen, braver Hund, ganz fein!

Claudia hat da so ’ne Hundepfeife gekauft für zwei Euro. Und die Hunde angelernt mit rohem Fleisch. Jetzt spurten die zurück wie die Pfeile, wenn sie pfeift mit ihrem Plastikwunder.
Für zwei Monate macht Enzo super mit und wenn wir das noch eine Weile durchziehen, wird die Hundetrainerin ganz schön schauen, wenn wir dann irgendwann mal wieder in die Hundeschule dürfen.

Wie schnell Enzo wächst ..

Wir selbst sehen das ja nicht. Daher mache ich jeden Tag Bilder, damit ich es mal nachvollziehen kann, wie rasant Enzo Gewicht und Größe verändert. Vor zwei Monaten konnte er noch unter León durchschlüpfen und heute springt er über ihn! Nur so aus Spaß! Kürzlich haben wir Bekannte getroffen, die einen Border-Terrier haben. Sie konnten nicht fassen, wie groß Enzo mittlerweile ist, denn im März waren Bruno, so der Name des Terriers, und Enzo noch gleich groß. Heute überragt er den Terrier deutlich und wenn beide über die Wiese toben, rennt Enzo dem Bruno locker davon. Die Beine sind eben schon länger und auch die Muskeln haben sich deutlich weiterentwickelt. Schließlich will Enzo ja auch seinem León hinterherkommen, wenn die beiden um die Wette rasen.

Er hat sich prächtig eingelebt und auch wenn wir keine Hundeschule wegen Corona besuchen, lernt er welpentypisch sehr schnell, denn er kann ja bei seinen zwei Brüdern abschauen, was wir mit „Sitz, Platz und Fuß“ meinen.

Er entwickelt sich prächtig und wir meinen, Enzo geht es sehr gut!

León, Enzo und Vigo

Für unsere spanischen Freunde

Enzo kommt ja aus Sevilla. Und wir danken den Tierschützern um Manuela M. recht herzlich, dass sie uns Enzo schickte. Wir sind sehr glücklich mit ihm!

Enzo wird ein erfülltes Hundeleben mit uns verbringen, wie das alle unsere Hunde haben und hatten! Hier noch ein paar Bilder, die unseren Spaniern Eindrücke von unserem Leben mit ihren Hunden zeigen sollen:

Wachstum

Enzo war vor zwei Monaten noch recht klein. Aber er wächst. Rasant! Er hat bereits knapp fünf Zentimeter an Höhe zugelegt, auch sein Gewicht hat er in die Höhe geschraubt von 42 auf 48 cm Widerrist und wiegt nach anfänglichen acht nun bereits fast 12 Kilogramm!
Er hatte auch schon seinen ersten Tierarzttermin, bei dem wir ihn zuerst auf Giardien untersuchen ließen. Dieser Test war positiv, daher hatten wir eine Medikamentenkur angewandt, die ihn von diesen kleinen Biestern befreite. Nun ist er ein gänzlich gesunder Hund! In ein paar Monaten lassen wir ihn noch auf Mittelmeerkrankheiten untersuchen, damit wir, falls er einen dieser unguten Erregern in sich trägt, diese Biester ebenfalls eliminieren ließen. Aber momentan zeigt er keine Symptome und wir rechnen nicht wirklich mit einer Erkrankung.

Zuhause

Aber dann ging es wieder auf die Reise. Nur war die nicht mehr so lange und nach einer guten Stunde betrat er sein endgültiges Zuhause. Etwas vorsichtiger, da alles so neu und so ungewohnt war durchschritt er die sechs Stufen ins Haus und lief hinter León und Vigo her, die natürlich gleich wie gewohnt ins Wohnzimmer liefen. Aber Enzo war sich sicher: Wo die beiden hinlaufen, da will ich auch hin. Also marschierte er hintendrein und war ZUHAUSE!

Er hat sich gleich einen Platz gesucht und den hat er bis zum heutigen Tag beibehalten. Nicht dass er nirgend wo anders liegen wollte, nein, aber seinen ersten Platz beansprucht er eben. León und Vigo haben natürlich ihre Lieblingsplätze, jeder so drei bis acht, aber Enzo hat halt seinen eigenen: Mittendrin. Von diesem Platz aus kann er alles bestens übersehen: Die Küche, gaaanz wichtig, den Hauseingang, gaaanz wichtig, das Schlafzimmer (Enzo bevorzugt nachts aber seinen Platz im Wohnzimmer!) und den Balkon. Strategisch der beste Platz eben. Enzo eben!

Enzo und León .. und Vigo

Nachdem wir Enzo in Empfang genommen haben, sind wir durch die Stadt Ettlingen gefahren, haben ein Plätzlein aufgesucht, wo man mit Hunden spazieren gehen kann und sind etwas gelaufen. Auch unsere brauchten ihren Morgenspaziergang, waren wir doch vorher in Eile, Enzo abzuholen, wo wir ja keinesfalls zu spät kommen wollten.
So kehrten wir wieder zu unserer Herbere ab, die in unmittelbarer Nähe zum Abholort liegt, und präsentierten also Enzo. Ein kleiner Garten und herrlicher Sonnenschein luden zum Herumtoben ein und León, der sichtlich gefallen fand vom ersten Moment an, und Enzo begannen im Garten umherzutollen, dass es eine Freude war, den beiden zuzuschauen!

Was für ein trolliges Kerlchen Enzo ist und wie klein und putzig! Er war weder zurückhaltend noch irritiert über die vielen fremden Menschen, Hunde und Dinge, die ihn an diesem ereignisreichen Morgen überfielen. Er war ein gänzlich glücklicher Hund, der sichtlich Spaß hatte!

Der erste Tag mit Enzo

Früh morgens, es war gerade mal 7 Uhr, haben wir ihn abgeholt. An einem Parkplatz unweit der Autobahn, auf dem etliche verschlafene Personen rumstanden, aber alle sichtlich unruhig. Wir waren zuerst etwas verunsichert, da drei – ja, drei! – große Transporter da standen, die ganz offensichtlich mit Hunden beladen waren. Kann man nicht anders sagen. Sehr geordnet alles. In fest eingebauten Käfigen, drei Stück übereinander und in zwei Reihen links und rechts als auch hinten saßen sie drin, die Glückpilze, die Prinzen und Prinzessinnen in Erwartung auf ein besseres Leben.

Irgendwo in diesen drei Wagen musste auch Enzo sein. Aber wo? Wir sollten warten, bis man uns per Whatsapp aufrief. Taten wir aber nicht, wir waren ja auch unruhig. Wir wollten nun also diesen kleinen Hund, der zu diesem Zeitpunkt noch Teo hieß. Oder Pepe.

Seht ihr, TEO, unten links: DA saß er also auf seiner langen Reise von Sevilla nach Karlsruhe, wo wir ihn abholten.
Aber dann ging alles sehr schnell: Wir wurden freundlich von dem Herrn auf dem Bild aufgerufen, er musste nicht lange suchen (unten links..) und keine zwei Minuten später hatten wir Teo an der Leine. Papiere ausgehändigt worden und tschüss, hat uns gefreut. Alles etwas anders in Zeiten von Corona, aber die drei Transporter luden nur einen kleinen Teil der Hunde aus und sind dann gleich weitergefahren. Nach Köln, wenn ich mich recht entsinne.

Bye bye, Vergangenheit, ich bin jetzt hier, ich heiße ENZO!