Über oskar

On my way to go.

An der Kleinen Lauter

Den heißesten Tag des Jahres verbrachten wir an einem kleinen Flüsschen, der Kleinen Lauter. Ein schönes Tal, durchzogen von einem Fluss mit kristallklarem Wasser und reichlich bewachsen mit Kresse. So schön!

Auch die Hunde Vigo und Léon lieben Wasser, besonders, wenn es darum geht, Stöckchen aus dem Wasser zu holen und dies gleich dutzendfach! Rein, raus, wieder rein und wieder raus. Schütteln tun sich Hunde grundsätzlich in unserer unmittbaren Nähe, so dass auch wir bald nasse Hosen haben. Na ja, an diesem Tag auch für uns eine wohltuende Erfrischung ..

Wir lieben es, mit unseren Hunden die Natur zu genießen und die Tage im Freien zu verbringen. Gerade die heißen Tage! Der Wanderweg, lediglich drei, vielleicht vier Kilometer lang, ist stets im Schatten am Waldrand, also perfekt, um nicht doch an der heißen Sonne zu verglühen! Ein schöner Ausflug, der uns lange in Erinnerung bleiben wird. So soll’s sein.

Ein weiterer Ausflug in Folge

Auch der Tag nach unserem Besuch am Badesee Häsle war so heiß, dass wir wieder an einen kleinen See fuhren. Dieser ist unweit des Limestors in Rainau gelegen, wo ich ja schon oft war, weil ich das moderne Gebäude, das die Überreste des Limestores vor weiteren Einflüssen der Witterung schützt, über die letzten beiden Jahre zu verschiedenen Jahrezeiten fotografisch in Szene gesetzt habe. Wir stellten das Auto ab, liefen die paar Meter zum Limestor und wanderten dann die ungefähr zwei Kilometer zum nahen See. Dieser ist nicht mit dem ebenfalls nahe gelegenen See zu verwechseln, den die Römer anstauten und mit einem kleinen Kastell sicherten. Die Jagst ist kein großer Fluss, damals wie heute eignet er sich meines Wissens nicht zur Flussfahrt. Was also die römischen Besatzer dort wollten, habe ich bisher nicht nachgelesen. Lediglich der verbriefte Feldzug des Kaisers Caracalla, der aus politischen Motiven heraus einen zirka dreiwöchigen Feldzug gegen die Barbaren hinter der Palisadenwand führte, war bisher interessant für mich. Und die damit einhergehende Frage, ob Caracalla tatsächlich hier war und den Feldzug persönlich anführte. Aber das wissen selbst die Historiker nicht. Sie wünschen es sich aber, denn damit würde unser Landstrich eine besondere Bedeutung erlangen, die bisher fehlt. Wir sind eben nicht Kaiseraugst oder Trier oder Xanten, um erst gar nicht von Rom zu sprechen ..

Badesee Häsle

Dass der Name nicht Programm ist, liegt nur daran, dass Léons Spielgefährte nicht der Hase – oder schwäbisch „Häsle“ – war, sondern wie so oft Vigo.

Wir wollten schon so oft an diesen See fahren, haben es aber erst jetzt getan. Seit Jahren zieht uns der lyrische Name an, seit Jahren sinnieren wir über die Bedeutung des Namens, seit Jahren wollten wir dahin. Weil Bekannte von uns dort seit Jahrzehnten ihren Wohnwagen stehen haben und zu jeder sich bietenden Gelegenheit dort ihre Freizeit verbringen. Erst jetzt, da wir dank Corona unseren Mai-Urlaub auf den Oktober verschoben haben, diesen aber dann doch der steigenden Fallzahlen wegen vor Kurzem abgesagt haben und uns nun mangels Urlaubs auf die Idee gebracht haben, die – amtlich bestätigten – heißesten Tage des Jahres an aufeinanderfolgenden Tagen an den zahlreichen Seen um Ellwangen zu verbringen. Den Hunden zuliebe, natürlich.

Trotz der hohen Temperaturen von über 30 Grad Celsius ist den Hunden das Spielen mit oder ohne Ball ein sehr wichtiger Zeitvertreib. Ja, Vigo hat sogar ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass er mit seinem Ball spielen möchte. Er holte den Ball aus dem Auto und legte ihn mir vor die Füße. Na, wenn das mal keine Ansage ist ..

Auf der Rückfahrt haben wir noch einen schönen Wasserturm gesehen, den ich nartürlich gleich fotografieren musste. Hab ja schon einige vor der Linse gehabt und die kleine Kompaktkamera, die ich ja sehr oft mit mir trage, macht doch echt gute Bilder. Wenn der Fotograf das Auge hat ..

Hundstage

Sitze gerade so an meinem Rechner und sehe ein paar Clips auf dem Desktop. Könnte ich ja mal einstellen, sind doch schöne Erinnerungen an die vielen schönen Stunden und Tage, die ich mit unseren Hunden verbringe.

Gerade jetzt in der heißen Sommerzeit ist es nicht nur für uns eine Wohltat, ins Wasser zu springen, nein, auch Hunde schätzen eine kleine Abkühlung sehr. Öfter mal fahren wir mittags oder abends an einen See oder einen Bach oder Fluss, um unseren Hunden eine Erfrischung zu spendieren. Geht’s den Hunden gut, geht’s auch uns gut! Klaro

Baden in der Rems

Natürlich haben wir noch weitere schöne Szenen zu zeigen

Das ist Heubach – nach dem Baden eine kleine Runde Fangerles spielen!

Und auch hier ist die Freude nicht übersehbar!

Auf der schönsten Wiese im ganzen Ostalbkreis!

Anschlagsversuch!

Am 22.6.2020 ist etwas passiert, das mich sehr, sehr beunruhigt hat. Zunächst einmal ist bisher nichts Schlimmes passiert, zumindest gibt es keine Symptome, die auf Böses hindeuten würden.
Ich stand mit dem Gärtner auf dem Balkon und sah etwas im Garten, das sehr nach Fleisch aussah. Nachdem der Gärtner gegangen war, gingen Leon und ich in den Garten und … es war Fleisch. Ein kleiner Haufen Schweinefleisch, in kleine Würfel geschnitten. Ehe ich mich versah, schnüffelte Leon daran, aber zum Glück nahm er kein Stück auf. Vielleicht roch er etwas, das ihm unbekannt war oder auf andere Weise seinen Verdacht erregte. Ich vermutete sofort, dass es vergiftet worden sein könnte, also besorgte ich mir eine Plastiktüte, damit ich es einpacken konnte, ohne es zu verunreinigen. Nach zwei Stunden ungläubigen Grübelns ging ich zurück in den Garten – Claudia und Vigo sind inzwischen von ihrem Wochenendausflug zurückgekehrt. Ich starrte ungläubig auf die Stelle, an der ich das Fleisch gefunden hatte, und traute meinen Augen nicht, da ich nicht einmal einen Meter entfernt einen zweiten Fleischhaufen fand.
Die Konsistenz des Fleisches war absolut frisch, es kann nicht zwei oder drei Stunden dort gelegen haben. Das bedeutet, dass eine böse Person auf unser eingezäuntes Privatgrundstück kam und das Fleisch in böser Absicht auf unser Grundstück gebracht hat! Es war auch nicht möglich, das Fleisch von außen auf unser Grundstück zu werfen, da die ausgewählten Plätze direkt vor einem Geräteschuppen liegen.
Nach Rücksprache mit dem Tierarzt (mögliche Symptome verschiedener Vergiftungserscheinungen) rief ich die Polizei. Aber sie haben mich nur vertröstet und gesagt, dass ich erst dann Anzeige erstatten kann, wenn ich von einem Veterinäramt oder der Landeskriminalpolizei in unserer Hauptstadt eine zweifelsfreie Bestätigung erhalten habe. Nun, genau das werde ich tun. Ich richte auch einige Kameras ein, damit ich im Falle eines erneuten Angriffs möglicherweise ein Foto des Täters machen kann.
Ich hasse diese Person und würde ihr am liebsten die Eier zerquetschen.

Fünf Wochen ohne Unik

Noch im März hatten wir unbeschwerte schöne Tage.

Fast fünf Wochen ist es her. Fast fünf Wochen ohne meinen Unik. Es ist immer noch ganz frisch und so nah. Ständig sehe ich ihn im Haus auf seinen Plätzen oder ich denke, er kommt gleich aus der Küche ins Wohnzimmer.
Dauert wohl noch eine Weile, bis ich es akzeptieren kann. Muss halt noch ein bisschen warten. Ob die anderen beiden, Vigo und Léon, auch trauern? Ob die die vielen Bilder von Unik sehen und erkennen, die überall im Haus an den Wänden hängen?

Ihre Gewohnheiten haben sie nicht verändert, nur Nuancen meine ich festzustellen, die etwas anders sind als vorher. Für Léon, den jüngsten, ist es, glaube ich, ein Aufstieg. Sein Selbstbewusstsein, das er auch vorher schon hatte, ist noch größer geworden. Er bewacht sein Haus nun mit noch mehr Eifer und liegt nun öfter an der Haustüre, um die Passanten mit und ohne Hund, die am Haus vorbeilaufen, besser beobachten zu können. Dazu müsst ihr wissen, dass unsere Haustüre vor allem aus Glas besteht, durchsichtiges klares Glas, so dass wer reinschaut gleich sieht, wer drinnen auf ihn wartet. Zu Oskars Zeiten war das noch viel imposanter und Oskar, Deutscher Schäferhund ganz in schwarz, hatte seinen bevorzugten Platz stets auf dem Treppenpodest unmittelbar vor der Haustüre. Auch im Garten geht Léon stets am Zaun entlang, der immerhin 70 Meter lang ist, um genau zu beobachten, was dahinter vor sich geht. Aber an sich ist er doch ein kleiner lustiger Kerl, der viel Blödsinn im Kopf hat und mich wirklich sehr erfreut! Gerade liegt er vor der geschlossenen Küchentüre und wartet geduldig auf den Augenblick, dass die Türe aufgeht, und er seine Neugier befriedigen kann, indem er eine Runde dreht und seine Nase hoch oben trägt, um auf der Anrichte liegende Speisen wenigstens gedanklich schon mal einsaugen zu können.

Die Türe ging gerade eben auf, er drehte seine Runde, interessiert wohl doch nicht so arg und nun liegt es auf „seinem“ Sofa. Da war er auch vor dem Ereignis mit Unik schon hin und wieder, aber nun ist es deutlich öfter und man kann sagen, dass es nun sein Sofa ist. Auch so eine Kleinigkeit, die andes ist.

Vigo ist vielleicht ein wenig sensibler. Vorsichtiger. Bedacht darauf, nichts falsch zu machen und genau das war ja Uniks großes Thema. Unik wollte stets alles richtig machen. Vigo ist jetzt sehr häufig an meiner Seite, liegt auch jetzt direkt hinter mir auf dem Boden. So wie Unik das stets tat. Wenn ich später wieder auf das Sofa gehe, wird es nicht lange dauern und Vigo kommt zu mir um sich direkt neben mich zu legen. Das hat er zwar vorher auch schon gemacht, aber gerade liegt ihm wohl mehr daran, meine Nähe zu suchen. Unik lag dann sehr häufig vor oder neben dem Sofa oder auf der Hundematratze, die nur einen halben Meter weit entfernt liegt. Oder vor dem Sofa, das nun Léons Sofa ist und meinem genau gegenüber steht. So konnte er genau beobachten, was ich tat und sobald ich mich erhob, konnte er blitzschnell mitgehen. Wohin auch immer.
Vigo hat erst Paul und jetzt Unik gehen sehen. Ob er ahnt, dass auch ihm das unausweichlich bevorsteht? Ob Unik geahnt hat, dass es soweit ist, als er an jenem Samstag zusammenbrach und sein Herzkreislauf ihn nicht mehr mit Blut im ganzen Körper versorgen konnte?

Unik ist … bei seinem Paul

Er war stets lustig, er war stets fröhlich und er war stets neckisch zu uns. Zu uns Hundeeltern, zu seinen Brüdern Vigo und Léon.
Wir fühlen uns so einsam und so leer ohne ihn. Und es tut weh. Es tut immer weh, aber bei Unik tut es besonders weh, denn wir hatten fast keine Zeit, uns zu verabschieden. Es ging so fürchterlich schnell und bevor wir uns umsahen, war es geschehen.
Nein, es war kein Unfall, nein es war kein Missgeschick, kein böser Mensch, kein böser Artgenosse. Er zeigte lediglich etwas Mattigkeit. Nun, er wurde erst vor Kurzem 8 Jahre, das war am 14. März. Aber acht ist nun kein Altler, wo ein Hund müde und matt ist. Nun, er rennt vielleicht nicht mehr so wie ein junger Hund. Aber müde und matt, nein. Unik war nur kurz matt. Es war freitags, wir waren mittags auf die Alb gefahren und haben auf unserer Kräuterwiese ein bissle gespielt. Unik, Vigo und Léon rannten den von uns geworfenen Stöckchen nach und brachten sie wieder zu uns, damit das Spiel von vorne beginne. Dann machten wir Pause und setzten uns auf die Wiese. Unik räkelte sich, scharrte und kratzte auf dem Boden, rieb sein Köpfchen auf der Wiese, als wolle er sein Schnäuzchen putzen. Alles wie immer, alles ohne etwas Auffälliges. Bis er einen Laut von sich gab, den wir noch nie hörten. Aber wir dachten uns nichts Böses dabei. Als wir dann aufbrachen, um zum Auto zurückzulaufen, lief er voran. Das ist schon bemerkenswert, denn Unik lief stets zwei, drei Meter hinter mir. Links hinter mir.
Als wir dann zuhause waren das erste deutliche Anzeichen. Ich war noch beim Hauseingang, rief mich meine Claudia. Unik sei mit den Hinterläufen weggeknickt, zweimal. Aber er war gleich wieder ganz normal. Auch in den nächsten zwei, drei Stunden nicht. Trotzdem habe ich mir bei unserem Tierarzt noch einen Termin kurz vor sechs geben lassen. Er untersuchte Unik und stellte mit dem Stetoskop gleich fest, dass er das Herz nicht deutlich hörte, und er sagte, Unik sei schwer krank. Wir machten noch eine Sonographie, wo man deutlich sehen konnte, dass im Herzbeutel eine Flüssigkeit war. Und zwar richtig viel. Er riet uns, sofort in die 70 km entfernte Tierklinik zu fahren, wozu wir gleich zustimmten. Er rief dort an, unterhielt sich mit einer Tierärztin und berichtete von seiner Untersuchung. Um 22 Uhr waren wir in der Tierklinik. Unik war da richtig schwach und atmete schon schwer. Die Tierärztin fertigte noch eine Röntgenaufnahme an und rief eine sehr erfahrene Tierärztin hinzu, die 20 Minuten später da war. Diese führte dann eine Punktion durch und führte 160 ml Blut ab.
Sowohl unser Tierarzt als auch die Klinikärzte sprachen von einer schlechten Prognose und die Ärztin gab uns Unik nur deswegen wieder mit, weil wir von der Tierklinik aus unseren Tierarzt anriefen, der sich bereit erklärte, im Bedarfsfall auch in der tiefsten Nacht zu uns zu kommen, um Unik zu erlösen. Glücklicherweise war das nicht nötig und Unik erholte sich über Nacht zu gut 75 %.

Der Schreck saß tief und wir waren sehr erleichtert, aber irgendwie auch ein bisschen in Schockstarre. Ab diesem Morgen führten wir ihn immer kurz und wenn wir ihn losmachten, achteten wir sehr darauf, dass er nicht schneller läuft oder gar losrannte. So kamen und gingen die Tage, Sonntag, Montag, Dienstag. Alles normal, keine Auffälligkeiten. Jeden zweiten Tag zum Tierarzt zur Sonographie, jedenmal kein neuerlicher Befund für Nachblutungen. Möglich wären laut Tierärzte entweder ein geplatzes Äderchen am Herzen oder – ein Tumor.
Am Freitag Abend wollte ich noch mal zur Routineuntersuchung, um vielleicht ein weiterer Notfall-Aufenthalt in der Klinik zu umgehen. Aber leider war schon wieder viel, viel Blut in den Herzbeutel gelangt. Wir, der Tierarzt und wir, waren uns nicht sicher wie fortfahren und riefen nochmals in der Tierklinik an. Dort vereinbarten wir noch einen Termin für den folgenden Samstag zur Punktion, um Unik noch eine weitere Chance zu geben. Am Abend war es wie immer, keine Auffälligkeiten, nichts ungewöhnliches. Er freute sich zuhause auf sein Abendmahl. Wir haben aber seine Lieblingswürstchen gekauft sowie die heiß geliebten Butterkekse, die er so gerne mochte. Ich habe ihm dies gegeben, bis er den Kopf wegdrehte. Auch in der Nacht keine Auffälligkeiten, alles ruhig.
Am nächsten Morgen gingen wir dann noch auf eine kurze Runde, denn wir wollten ja in die Tierklinik fahren. Aber nach nur 300 m merkte ich, dass er langsam wurde, und ich dachte, ich trage ihn lieber, denn sein Herz kann ja mit dem vielen Blut den Kreislauf nicht aufrechthalten. Am Auto musste ich ihn absetzen, aber er konnte schon nicht mehr stehen und sank auch mit seinem Köpfchen gänzlich auf die Erde. Noch im Auto rief ich dann meinen Tierarzt an, der sofort vom Bett ins Auto sprang, um zu uns zu kommen.

Um 8:48 Uhr am 28.3.2020 schlief er dann in unseren Armen ein. Wir sind sehr, sehr traurig

Léon und wir

Eines meiner Lieblingsmotive: Das Limestor in Dalkingen. Von dort aus startete Kaiser Caracalla einen Feldzug gegen die Barbaren, den er als PR-Erfolg in Rom zur weiteren Festigung seiner Macht brauchte. Dies war a.D. 213. Aber das nur kurz am Rande.

Léon ist nun ein halbes Jahr bei uns und er hat sich prächtig eingelebt. Seine jugendliche Unbekümmertheit, sein ungestümer Spieltrieb, seine Lernbegierigkeit und sein lebhaftes Temperament im Umgang mit Vigo ist eine wahre Freude zu beobachten. Er hat alle positiven Eigenschaften, die unseren beiden anderen Hunden innewohnen, weitestgehend adaptiert und ist daher im Lernprozess, den er bei uns durchlaufen muss, auf einem sehr guten Weg. Wir hoffen, dass wir ihn bald soweit bringen, dass er dieses Verhalten gänzlich verinnerlicht. Ich nehme es bekanntermaßen nicht so genau mit der korrekten Ausführung von Sitz, Platz, Fuß etc. Mit drei Hunden sieht Fuß laufen anders aus, als nur mit einem. Denn es gibt unter den Dreien stets einen Wettbewerb, wer denn nun wirklich ganz Fuß laufen darf an meiner linken Seite und wer nur in der zweiten Reihe steht oder wie Unik, der dann stets einen Meter hinter mir läuft. Das jedoch sehr zuverlässig. Muss ich die beiden Vigo und Léon, die stets 20 Meter vor mir her laufen, zurückrufen, weil ein Radfahrer kommt oder Jogger, vielleicht eine Familie mit Kindern oder andere Hunde, wo ich nicht weiß, ob ich unsere dazu lassen kann, bleiben sie nach einem kurzen und ihnen bekannten Pfiff stehen, drehen um und laufen im leichten Trab zu mir her. Dann kann ich alle drei mit einem anstandslos absitzen lassen. Heute waren wir wieder trotz heißer Temperaturen von 34 Grad Celsius abends an einem Bach. Auf dem Weg dorthin sind wir an hohen Wiesen und Feldern mit heranwachsendem Roggen – oder ist es Gerste? – vorbeigelaufen. Die hohe Vegetation gefällt Léon nur zu gut, er springt dann durch die Reihen oder hüpft wie ein Reh in der hohen Wiese, so dass nur seine fliegenden schwarzen Ohren aus dem grün-grau des Getreides hervorragt. Maisfelde liebt er ebenfalls, da kann er so richtig Gas geben! Es ist ihm förmlich anzusehen, wie viel Spaß er dabei hat, wie er den Tag genießt, wie glücklich er mit uns und seinem Zuhause ist. Gerade liegt er vor mir an der offenen Balkontüre und atmet völlig entspannt und ruhig. Léon liebt Karotten. Das mögen zwar viele Hunde, aber nicht alle fressen die mit so einer Begeisterung wie Léon. Vigo und Unik bekommen ebenfalls täglich Karotten unter ihr Fleisch gemischt, aber nur Léon frisst die gerne auch so. Daher stehen wir beide oft, ja täglich in der Küche, wo ich eine Karotte schäle und mir die untere Hälfte abscheide und die obere Hälfte Léon gebe. Dann knuspern wir beide zusammen, bis die Karotte gegessen ist. Danach frage ich ihn, ob er noch etwas Karotte möchte und meistens bejaht er meine Frage und wartet geduldig, bis ich ihm ein neues Stück gebe. unsere Hunde bekommen täglich je 300 Gramm rohes Rindfleisch, welches wir einmal in der Woche von unserem Metzger holen. Es schmeckt ihnen sehr gut, denn es wird stets genüsslich gefressen. Morgens gibt es noch eine Tasse voll Trockenfutter. Das reicht dann auch für unsere doch recht lebendigen Vierbeiner. Hin und wieder mögen sie aber auch Junk food, wie ich es nenne. Das ist Dosenfutter. Idealerweise noch mit Gelatine und ein quasi Gemüse. Na ja, wenn es schmeckt..Wir hätten uns keinen anderen Hund vorstellen wollen und wir sind uns sicher, dass er sein Zuhause bei uns sehr, sehr liebt und sein Leben sehr, sehr genießt!

Léon ist da!

Léon liebt Schnee! – Léon loves Snow!

Er ist schon länger da. Über drei Wochen ist es schon her, dass wir den kleinen Kerl morgens um 9 bei Karlsruhe abgeholt haben.

Wir waren schon Tage vorher aufgeregt, wie das eben so ist, wenn man ein neues Familienmitglied bekommt. Am Vorabend sind wir zu Verwandten gefahen, die in unmittelbarer Nähe der Übergabestelle wohnen, und haben dort übernachtet. So waren wir zeitig dort und konnten den kleinen Knopf ausgeruht und frisch als neues Familienmitglied begrüßen.

Léon bereitet uns große Freude und irgendwie ist es im Haus noch lebendiger als vorher, was auch Unik und vor allem Vigo anbelangt. Am besten beobachtet man die neue Konstellation beim Fressen. Denn da hört der Spaß auf und es geht U M S N A C K T E Ü B E R L E B E N . .
. . bis zur nächsten Mahlzeit, die lediglich zehn Stunden später auf dem Plätzchen steht . . Sicher!

Léon war ja vorher bei einer Pflegefamilie, die ihm ganz offensichtlich schon sehr viel beigebracht hat (Danke, Blanca, vielen Dank, du hast super Vorarbeit geleistet!). Wir waren schon zwei-, dreimal in der Hundeschule und sehen einen lustigen kleinen Hund, der uns zeigt, dass er lernen will. Aber zuerst mussten wir lernen. Spanisch mussten wir lernen. Léon hört eindeutig auf „Aquí“, aber sagen wir „Hier“, schaut er nur, als wolle er sagen .. ach, lassen wir das lieber.
Wenn sich Einer jetzt fragt, wie man das macht, einem Hund Spracherziehung zu geben, kann doch Herrchen und Frauchen auch kaum eine weitere Sprache, als die angeborene, dann kann ich das dank Hundeschule nun hier verraten: Man ruft den Hund erst mit dem neuen Laut – also das deutsche „hier“ – und im gleichen Atemzug noch den spanischen – also „Aquí“ – dahinter: Hieraki, hieraki, hieraki – lautsprachlich geschrieben. Die Sprachtechnik kommt von Nadja, die die Hundeschule leitet.
Die Übersetzung der Befehle von einer Homepage. Leider hat sich der Autor der Internetseite mit spanisch-deutschen Hundebefehlen etwas vertan und „Sitz“ und „Platz“ schlichtweg vertauscht! Jetzt haben wir einen Hund, der uns dumm anschaut und sich hinlegt, wenn er sitzen und sitzt, wenn er abliegen soll. Ja, das zeichnet uns Hundeversteher aus, unsere Hunde, die uns dumm ansehen, weil wir mal wieder etwas Dummes gesagt haben. Sei’s drum, wir schaffen das, wie Angie sagt. Jetzt, bald, in einem Monat oder in einem halben Jahr.

Wir glauben zu sehen, dass es Léon bei uns SEHR gut gefällt!

Eierlauf

Wir haben’s getan! Wir bekommen wieder einen dritten Hund! Léon kommt zu uns, in sein neues Zuhause!
 
Jaa, ich weiß, ich habe es nicht vorgehabt und nein, ich will das hier nicht rechtfertigen. Vielleicht ist der Zeitpunkt diskutabel, aber auch da meine ich eher nein. Wir wollten nur nicht zu lange warten, damit der Altersunterschied von unseren beiden zu Léon nicht zu groß wird. Als Unik zu uns kam, war Paul bereits 10. Da war der Altersunterschied schon zu groß. Jetzt sind es um die vier Jahre zu Vigo und sechs Jahre zu Unik. Das wird dann mit dem jungen Léon ein tolles Rudel!
 
Léon kommt aus Spanien. Aber nicht von den Pyrenäen wie Unik und Vigo, sondern er kommt von Villena. Das ist ungefähr 50 km nordwestlich von Alicante. Er kommt wohl aus einer „Zucht“ und ist einfach übrig geblieben. Ob nun eine seriöse, sofern man das in diesem Fall überhaupt sagen kann, oder von einem Hundevermehrer, ist nicht bekannt. Übrige Hunde, die ein „Züchter“ nicht schnell genug verkaufen kann, werden in Spanien einfach abgegeben. Die kosten ja nur Futter! 
Léon hatte bisschen Glück, wer weiß, was andere „Züchter“ in diesem Fall tun ..  Er kam jedenfalls über das Tierheim vermittelt direkt zu einer Familie. Die hatten ein Haus mit Garten, aber keine Zeit für den Hund. Also geben sie ihn nach ein paar wenigen Wochen auch wieder ab. Wieder zu seinen Rettern zurück wurde er nun in eine Pflegestelle vermittelt, wo er gerade die ersten Benimmregeln erlernt. Mit Katzen auskommen, alleinebleiben für eine überschaubare Zeit. Und nun sind es noch sieben Wochen, bis er zu uns kommt. Der Termin steht bereits, es ist der 12. Januar im neuen Jahr. Der Treffpunkt ist wieder im Karlsruher Raum, und ich kann mir gut vorstelllen, dass wir wieder nachts um halb vier losfahren müssen, um den Transporter mit den Glücksfellen auf einem kalten und zugigen Parkplatz ein paar Kilometer von der Autobahn entfernt zu empfangen. Das wird ein spannendes Wochenende!
 
Léon ist im Mai dieses Jahres geboren und ist demzufolge momentan sechs Monate alt. Acht, wenn wir ihn abholen. Bisher, so steht es in seiner Beschreibung, ist er nicht kastriert. Das tun Tierschutzorganisationen gerne, denn sie wollen ja nicht noch mehr Hunde! Das unterstützen wir auch! Wenn die die Hunde kastrieren, die zwei, drei oder mehr Jahre alt sind, ist das mit etwas schmalen Lippen und ein Hin- und Herwippen des Kopfes hinnehmbar und nachvollziehbar. 
Als wir heute mit Canis Pro, so der Name der Tierschutzorganisation, telefonierten, kam auch das Thema Kastration auf. Auch die freundliche Dame von Canis Pro ist der Auffassung, dass ein so junger Hund nicht kastriert werden soll, genau wie wir. Sie äußerte aber auch, dass sie aktuell nicht wisse, ob Léon kürzlich erst kastriert worden ist, sie müsse nachfragen. Und gleichzeitig den spanischen Tierschützern mitteilen, dass sie es nicht durchführen lassen sollen, wenn es nicht schon zu spät ist. Nun, wir stehen einer Kastration im Junghundalter von gerade einmal einem halben Jahr ablehnend gegenüber und halten diesen Eingriff für unverantwortlich. Ich weiß, die Amerikaner machen das mit drei, vier Monaten. Das ist unglaublich, wie dumm und arrogant die Menschheit sein kann! Übertrieben? Nein! Das kennen wir nur von der Viehzucht, damit das Fleisch keinen Geschmack annimmt. 
Das Vieh lebt gar nicht so lange, dass dies eine Rolle spielen könnte. Der Hund schon. Und er lebt mit uns. Und wir haben da ein paar Vorstellungen, die einen kastrierten Hund nicht vorsehen. Hunde sind auch erst mal Kinder und dann werden sie zu Erwachsenen. Das wollen wir auch bei Léon so.
Wir möchten die seelische Entwicklung nicht künstlich stoppen, wir möchten eine möglichst natürliche Entwicklung. Erwachsene Hunde sind anders als Junghunde und werden noch einmal anders, wenn es alte Hunde werden. Ich beobachte gerne meine Hunde und wenn ich an meine bisherigen denke, dann kann ich minutiös aufzählen, was den einen vom anderen unterscheidet. In der Jugend, als Erwachsene und als alte Hunde. Bisschen Verhaltensforschung eben. Da schlägt mein Treffen und einwöchiges Wandern in den Beskiden wohl durch. Eric Zimen, der diese Wanderung veranstaltete,  verstand sich gegen Ende seines Lebens eher als Verhaltensforscher, der den Menschen studiert. Ich bin schon beim Hund angelangt 😉 
 
Natürlich gibt es wie immer Ausnahmen: Es liegt eine medizinische oder verhaltensbedingte Indikation für die Kastration vor. Paul hatte als 12-Jähriger einen Hodenkrebs, Sertoli, also ließen wir ihn kastrieren. Unter anderem dies ließ ihn fast noch vier Jahre leben und das sehen wir als Erfolg. Wenn Léon also keine Aggressionen gegenüber anderen unkastrierten Rüden entwickelt, wenn keine Krankheit es erfordert, würden wir ihn also bestenfalls sterilisieren lassen, wenn er eine oder gleich alle Hündinnen im Städtchen schwängerte. Und wir wollten auch gar nicht, dass sich unsere Hunde reproduzierten, obwohl wir ja die besten aller Hunde haben, die man auf dieser Welt kriegen kann ..
 
Vielleicht liest das noch jemand rechtzeitig. Vielleicht in Spanien ..